Bericht des Mannheimer Morgens über unseren Kinoabend

Schriesheim Partnerschaftsverein begeht Nationalfeiertag

Feiern wie die Franzosen

Mit einem fröhlichen "Bonjour" und einem Küsschen auf beide Wangen begrüßten sich die Gäste, die den französischen Nationalfeiertag bei einem Open-Air-Filmabend im Aussiedlerhof der Familie Ringelspacher feiern wollten, um die enge Verbundenheit mit den französischen Freunden im fernen Uzès zu demonstrieren.

Umgeben von Rebstöcken, alten Obstbäumen, die sich unter der Last reifer Zwetschgen bogen und unter schattenspendenden Apfelbäumen sollte den Gästen bei landestypischen Gaumenfreuden ein Hauch französischer Lebensfreude vermittelt werden. Da die französische Komödie "Birnenkuchen mit Lavendel" erst nach Anbruch der Dunkelheit über die Leinwand flimmern sollte, gab es zuvor genügend Gelegenheit, sich bei französischen Spezialitäten, wie dem Flammkuchen, die vom Caterer "Hannes" (Stefan Held) in einem speziellen Ofen angefertigt wurden und Birnenkuchen, nach dem originalen Rezept aus dem Film, zu unterhalten.

80 Karten wurden zuvor verkauft, dazu weitere an der Abendkasse, so dass mehr als 120 Besucher an diesem Abend kamen. Alles war perfekt arrangiert. Doch die idyllische Stimmung wurde jäh unterbrochen, als dunkle Wolken über den Hof zogen und dicke Regentropfen den Wein verdünnten. Schreck bei der Vorstandschaft. "Wenn es sich einregnet, dann müssen wir das Fest absagen und den Gästen das Eintrittsgeld wieder zurück erstatten", wurde die Befürchtung ausgesprochen.

Doch der Himmel hatte ein Einsehen und nach dem Regenguss zogen die dunklen Wolken gen Westen Jetzt begrüßte die Vorsitzende des Partnerschaftsvereins die Gäste und dankte ihnen für ihr Vertrauen an das Wetter. Zum französischen Nationalfeiertag, dem Sturm auf die Bastille bemerkte sie, dass mit der Forderung "Liberté, Egalité und Fraternité" die Geburtsstunde der Demokratie eingeläutet und heute in der Verfassung jedes demokratischen Staates mit aufgenommen wurde. Jetzt müsse nur noch das Wort "Amité" stehen, schlug sie vor. Sie dankte allen Helfern, Bürgermeister Höfer, der die Schirmherrschaft übernommen hatte, und besonders auch der Ideengeberin Nina Marouze. greg

© Mannheimer Morgen, Montag, 17.07.2017

Open Air Kino unterm Apfelbaum am 14. Juli 2017

Vielen Dank

für Ihren Besuch beim "Open Air Kino unterm Apfelbaum"!

Zum ersten Mal hatten wir zu einem Filmabend unter freiem Himmel eingeladen und trotz des nicht ganz so lauen Sommerabends haben sich zahlreiche Gäste auf den Weg zum Aussiedlerhof Ringelspacher gemacht. Und ihre Zuversicht wurde belohnt, denn bis auf ein paar kleine Freudentränen blieb es trocken.

Nachdem sich alle gestärkt hatten, startete die Filmvorführung um 21.30 Uhr. Es war einfach nur schön, so beschrieb es danach eine Besucherin. Besser, so finden auch wir, kann man es nicht zusammenfassen.

Wir danken besonders Nina Marouzé für die Idee und die Organisation dieses Events, aber natürlich auch allen Helfern, dem Team von "ArtBeats" für die Verpflegung und die Technik und dem Aussiedlerhof Ringelspacher. Ein großes Dankeschön auch an unseren Bürgermeister Hans-Jörg Höfer, der Schirmherr der Veranstaltung war und uns wie immer unterstützt hat.

Ein Kinoabend unter dem Apfelbaum - Bericht des Mannheimer Morgens vom 7.07.2017

Schriesheim Partnerschaftsverein zeigt am französischen Nationalfeiertag (14. Juli) die Komödie "Birnenkuchen mit Lavendel"

Ein Kinoabend unter dem Apfelbaum

Am 14. Juli feiert ganz Frankreich im Gedenken an den Sturm auf die Bastille seinen Nationalfeiertag, und der Partnerschaftsverein Schriesheim-Uzès im fernen Deutschland feiert mit - und zwar mit einem Open air- Filmabend, verbunden mit einem romantischen Essen unter dem Apfelbaum auf dem Anwesen der Familie Ringelspacher in Schriesheim.

Auf der Speisekarte stehen echte französische Flammkuchen, für die sich Caterer "Hannes" (Stefan Held) vom Ringelspacher Hofkaffee einen speziellen Ofen zugelegt hat. Neben der klassischen Variante gibt es natürlich auch eine vegetarische.

Rotwein aus Uzès

Dazu passend werden Rot- und Rosé-Weine aus der Partnerstadt ausgeschenkt, doch auch Schriesheimer Weine gibt es - als Weißwein oder als Secco. Als Erfrischung an einem Sommerabend eignen sich auch ein Cocktail oder eine Rabarberschorle sowie alkoholfreies Bier.

Die Idee für diesen ersten Open-air-Kinoabend am französischen Nationalfeiertag hatte Nina Marouzé, die auch einen Großteil der Organisation übernommen hat. Für die Musik wie auch für die technische Anlage sorgt Stefan Held. Gezeigt wird die heitere Komödie "Birnenkuchen mit Lavendel", die in der Provence spielt und natürlich an diesem Abend synchronisiert gezeigt wird. Sie erzählt die Geschichte einer Witwe, die sich nach dem Tode ihres Mannes um die Kinder kümmert und zudem noch einen Birnen- und Lavendelhof bewirtschaftet. Sie backt Birnenkuchen und hat Probleme, ihren Kredit bei der Bank zurück zu zahlen. Wirtschaftlich steht sie vor dem Ruin, bis sie einen Fremden versehentlich anfährt. Was sich daraus entwickelt, das wird an dieser Stelle nicht verraten.

Vorverkauf auf dem Wochenmarkt

Die 250 Eintrittskarten für das Open air-Kino zum französischen Nationalfeiertag am 14. Juli sind bereits im Vorverkauf im Handel, und zwar bei Utes Bücherstube, in der Strahlenburg-Apotheke und bei der Volkshochschule Schriesheim. Außerdem am morgigen Samstag, 8. Juli, am Informationsstand des Partnerschaftsvereins auf dem Wochenmarkt sowie am 8. und 9. Juli im Café Hannes auf dem Ringelspacher'schen Hof.

Die Eintrittskarten kosten im Vorverkauf 8 Euro und an der Abendkasse 10 Euro. greg

© Mannheimer Morgen, Freitag, 07.07.2017

Kulturfahrt 2017 – 11. - 18.6.2017 - Ein Bericht von Martha Berg

 

Brügge, Gent, Lille – Städte mit klangvollen Namen im Nordwesten waren u.a. das Ziel unserer diesjährigen Kulturfahrt. Flandern mit seiner wechselvollen Geschichte war immer eng mit der französischen Geschichte verbunden und ist heute u.a. Teil Belgiens sowie der neu geschaffenen nordfranzösischen Region „Hauts-de-France“. Der Glanz dieser Städte gründete sich im Mittelalter vor allem auf den Tuchhandel und damit eng verbunden die Handelsbeziehungen (Wolle!) mit England. Claudia Ebert führte uns in eine wohlorganisierte Woche mit vielen historischen Berichten und architektonischen Highlights. Die Broschüre, die Ingrid Gängel wiederum für uns vorbereitet hatte, war sehr hilfreich dabei, sich einen Überblick zu verschaffen, was uns in den kommenden Tagen erwarten würde. Bei einer Pause auf der Hinfahrt gab es den schon oft genossenen Sektempfang – dieses Mal aber gestiftet aus ganz besonderem Anlass eines runden Geburtstages; herzlichen Dank an die „Schenkenden“ – auch für die köstlichen „Guglhupfe“! Einer unserer Teilnehmer ergänzte das durch einen in Eigenregie produzierten Schriesheimer Sekt – vielen Dank auch dafür.

Flandern – über die Geschichte der Region hatte uns Claudia schon auf der Hinfahrt informiert. Bereits unter Cäsar wurde es römische Provinz Gallia Belgica (obwohl er feststellte, dass die Belgae keine Germanen sondern Gallier seien). Zahlreiche Herrscher folgten – die Merowinger, Franken, Burgunder, Spanier/Habsburger... und haben ihre Spuren hinterlassen. Die Tuchherstellung sorgte für Wohlstand – der Handel blühte und machte die Städte reich. Als nach dem Tod Karls des Kühnen (dem letzten Burgunder-Herzog) dessen Länder durch die Ehe seiner Erbtochter Maria mit Maximilian I. (Hochzeit 1477 in Brügge) an das Haus Habsburg fielen, suchte die französische Krone im Burgundischen Erbfolgekrieg (1477-1493) vergeblich, ihre alte Lehnshoheit über Flandern wieder zu erlangen. In der Folge kam Flandern über die Heirat von Maximilians Kindern Philipp und Margarete mit den Kindern aus dem spanischen Königshaus Johanna von Kastilien und Johan von Asturien an die spanische Linie des Hauses Habsburg. Aus der Ehe zwischen Johanna (der Wahnsinnigen) und Philipp I. (der Schöne) ging der spätere Kaiser Karl V. (1500 geboren in Gent) hervor. Zahlreiche Kriege wüteten in dem Land (der 80jährige Krieg war der Unabhängigkeitskampf der nördlichen Provinzen, Utrechter Union) bis später unter Napoleon bzw. beim Wiener Kongress sowie in den Folgejahren Teile Flanderns den Niederlanden und dem später neu konstituierten Königreich Belgien zugeordnet wurden. Seit 1830 ist Belgien eine föderale, konstitutionelle Erbmonarchie (König Philippe). In Belgien leben heute etwa 11,5 Millionen Menschen – ca. 60% sprechen flämisch, 40% französisch sprechende Vallonen, und ein sehr kleiner Teil im Osten spricht deutsch.

Unser erstes Hotel in Seebrügge lag so, dass wir gleich nach Ankunft einen Gang zum Meer machen konnten – die Wellen, der Sand und der Wind (!) haben uns empfangen. Für die Handelsstadt Brügge war der Bau des großen Hafens von Seebrügge von größter Wichtigkeit, war doch die bei einer großen Sturmflut 1134 entstandene weite Fahrrinne „Zwin“ in der Meeresbucht ab dem 15. Jh. versandet. Die sich entwickelnde Industrie – insbesondere der Handel mit England – erforderte jedoch eine direkte Anbindung an die Nordsee. Ende des 19. Jh. wurde mit dem Ausbau des neuen Überseehafens Seebrügge (Autotransporte!) und zweitgrößten Fischereihafens Belgiens begonnen – der erste Hafenkomplex konnte 1907 vom belgischen König Leopold II. eingeweiht werden.

Brügge – der Name leitet sich ab von Bryghia (Burg oder Anlegestelle) – wurde um 870 von Balduin I. gegen den Einfall der Normannen gegründet; 1128 erhielt Brügge die Stadtrechte. Bereits 1297 wurde mit der Anlage der Stadtwälle (dem „Ei“ von Brügge) begonnen. Der Flämische Freiheitskampf – Aufstand gegen den französischen König Philipp den Schönen (ein Kapetinger) –  gipfelte 1302 in der Brügger Metten und in der Schlacht der Goldenen Sporen. Ende des 15. Jh. ist Brügge eines der wichtigsten Mitglieder der Hanse – aber mit der Versandung des Zwin beginnt der Niedergang der Stadt. Mitte des 16. Jh. wird Brügge Bischofssitz. Nach der Schlacht bei Waterloo 1815 endet die französische Besatzung; 1838 wird die Stadt an das Eisenbahnnetz angeschlossen – der Wiederaufstieg beginnt.

Unser erster Tag führte uns nach Brügge, und dort beginnen wir den Rundgang in dem bekannten Beginenhof – eine Oase der Ruhe inmitten der Stadt bestehend aus kleinen Wohnhäusern, einer Kapelle sowie einem größeren Haus für die Beginenmeisterin und einem Versammlungsraum. Die Gebäude sind um einen Innenhof gruppiert mit hohen, schattenspenden Bäumen. Gegründet wurde der Hof wurde 1245 von Margareta von Konstantinopel (Gräfin von Flandern). 1998 wurde das Ensemble in die UNESCO-Liste „Weltkulturerbe“ aufgenommen. Die Bewegung der Beginen kann als frühes Zeugnis sozialen Engagements gelten; ab dem 13. Jh. schlossen sich Frauen und auch Männer (Begarden) ungeachtet ihres Vermögens in geistlichen, klosterähnlichen Gemeinschaften zusammen. Sie legten ein Gelübde ab, das jährlich erneuert werden musste; ihren Unterhalt verdienten sie weitgehend durch Handarbeit. Sie konnten, anders als in Klöstern üblich, die Gemeinschaft verlassen, um zu heiraten oder sich ein bürgerliches Leben aufzubauen – ihr Vermögen aber mussten sie zurücklassen. Das Stadtbild (heute hat Brügge ca. 120.000 Einwohner) ist geprägt durch schöne, aufwändig restaurierte Patrizierhäuser – im Jahr 2000 wurde die Brügger Altstadt von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Diese sorgfältig restaurierte mittelalterliche Stadt lernen wir bei einem Stadtrundgang kennen. Am Alten Börsenplatz befanden sich die Handelsniederlassungen der italienischen Seestädte Genua, Florenz und Venedig sowie das 1246 erbaute Handelshaus der Kaufmannsfamilie Van der Beurze, daraus entwickelte sich die erste „Börse“ der Welt. Der Marktplatz mit dem mächtigen Belfried aus dem 13./14. Jh. sowie die dahinterliegende ehemalige Tuchhalle zeugen von Freiheit und Reichtum der alten Hansestadt. Am danebenliegenden Burgplatz begann die eigentliche Geschichte Brügges – hier stand die Burg zur Verteidigung gegen die Normannen. Heute stehen dort das Rathaus sowie die Alte Kanzlei aus dem 14. Jh. Die wunderschön gestaltete Fassade des Rathauses ziert eine Galerie von Helden, Grafen und Herzögen aus der Geschichte Brügges und Flanderns. Daneben liegt ein Kleinod – die Basilika des Heiligen Blutes mit der Unterkirche aus dem 12. Jh., das älteste Gebäude Brügges. Einer Legende nach bekam Graf Diederik aus dem Elsass nach seinen Kreuzzügen einige Tropfen des Heiligen Blutes Christi, die in einer Schatulle in der Oberkirche dieser Kapelle aufbewahrt werden; jedes Jahr findet eine Heilig-Blut-Prozession statt. Bei einer Bootsfahrt auf den malerischen Grachten (hier Reien genannt, nach dem im Mittelalter kanalisierten Flüsschen Reie, das die Grachten mit Wasser versorgte) mit ihren niedrigen Brücken lernen wir neue Blickwinkel der Stadt kennen – besonders romantisch ist der Blick auf den Beginenhof vom Wasser aus mit den vielen Schwänen. Das Brügger Collège d’Europe steht direkt an einer der Grachten – viele einflussreiche Persönlichkeiten in Brüssel, Luxemburg oder Straßburg haben in Brügge studiert. Ganz in der Nähe wird der Blick offen auf das romantischste Stück der Grachtenfahrt, auf den „Rozenhoedkaai“ – hier wurden im Mittelalter Rosenkränze verkauft!

Die Liebfrauenkirche steht an der Stelle einer im 9. Jh. erbauten kleinen Kapelle; als sich die Stadt ausweitete wurde diese durch ein größeres Gotteshaus ersetzt, und im 13. Jh. wurde mit dem Bau der heutigen, gotischen Kirche begonnen mit dem typischen Kalkstein aus Tournai. Dem zunächst dreischiffigen Langhaus (1210-1230) wurden diesem um 1345 bzw. 1450 im Norden und im Süden jeweils ein weiteres Schiff angefügt, so dass eine fünfschiffige Anlage entstand; mit ca. 122 m Höhe prägt der nördlich des Langhauses platzierte Turm von 1320 das südliche Stadtbild. In der Kirche befinden sich u.a. der Sarkophag von Karl dem Kühnen sowie seiner Tochter Maria von Burgund. Das Innere (leider durch eine große Baustelle etwas getrübt...) birgt weiter ein unschätzbares Kunstwerk –  die wunderschöne Statue der „Mutter mit dem Kinde“, eine frühe Plastik von Michelangelo aus weißem Marmor. Ursprünglich für den Dom von Siena bestimmt, verkaufte Michelangelo die Statue an den Brügger Kaufmann Moeskroen; er schenkte sie später seiner Pfarrgemeinde.

Der nächste Morgen – strahlende Sonne, der richtige Auftakt für die Fahrt in die großartige Stadt Gent (ursprünglich Gond, bei den Germanen zu Gonda geworden, woher sich das lateinische Gandavum ableitet; Gonda kann mit Zusammenfluss oder Mündung übersetzt werden) – die Schelde und die Leie treffen sich hier. Die Wurzeln der Stadt reichen weit zurück – bereits aus der Bronzezeit und früher datieren älteste Funde. Das Gebiet wurde unter Cäsar im Jahr 50 v.Chr. römisch. Im 7. Jh. wurden zwei Abteien gestiftet – das Kloster St. Bavo und das Kloster St. Peter. Bereits im 11. Jh. war Gent eine Metropole der Textilproduktion und war bis 1550 die größte Stadt der Niederlande. Auch das Flachs- und Leinengewerbe sowie das Stapelrecht auf Getreide trugen zu Reichtum und Größe der Stadt bei. Hier wurde am 24.2.1500 im „Hof ten Walle“ der spätere Kaiser Karl V. geboren; später sagte er über die Ausdehnung von Gent: Je mettrai Paris dans mon gant/Gand („Ich könnte Paris in meinen Handschuh/mein Gent stecken“). Viele Kämpfe zwischen dem aufstrebenden Bürgertum und dem Adel wurden ausgefochten – die Herrschaft der XXXIX (39 Genter Schöffen) dominierte Politik und Rechtsprechung. Um 1300 wurden die Schöffen von Graf Guido I. von Flandern abgesetzt, und in der Folge gewannen die Zünfte und Kaufmannsfamilien an Macht und Einfluss. Gent spielte auch eine Rolle im Hundertjährigen Krieg mit England, wobei Gent nach anfänglicher Neutralität schließlich für die englische Seite optierte, weil die Stadt vom Import von Rohstoffen für die Textilproduktion abhängig war. Soziale Konflikte, u.a. zwischen den „Walker“ und den „Webern“ brachen aus. Der Anführer der Weber, Jacob van Artevelde, wurde schließlich am 17.7.1345 auf dem Kalandeberg ermordet. Die Verteilung der Schöffenämter wurde angepasst (kleinere Gewerbe wurden in die 5 großen Zünfte aufgenommen) – trotzdem blieb es eine unruhige Zeit. Der erste große Aufstand endete im Dezember 1385 mit dem Frieden von Doornik (Tournai), geschlossen mit dem Grafen Philipp dem Kühnen von Burgund, der 1384 die Erbin Margarete von Flandern geheiratet hatte. Die Grafschaft Flandern kam nach der Hochzeit von Maria von Burgund mit dem späteren Kaiser Maximilian durch die Heirat deren Kinder mit den Nachkommen des spanischen Königshauses an die spanischen Habsburger. Im 16. Jh. spielte die Stadt eine wichtige Rolle im Aufstieg des Calvinismus. Ein Aufstand wurde durch Karl V. mit großer Härte niedergeschlagen – die Anführer mussten mit einer Schlinge um den Hals um Vergebung bitten. Die „Klokke Roeland“, das Sinnbild der Genter Selbständigkeit, wurde aus dem Belfried entfernt.. In der „Genter Pazifikation“ (1576) forderten Siebzehn Provinzen den Abzug der spanischen Truppen und religiöse Toleranz. Erst mit dem Westfälischen Friede 1648 konnten die Auseinandersetzungen beendet werden. Um 1600 begann der wirtschaftliche Niedergang, da die Stadt die Verbindung ihres Hafens mit der See verlor. Erst die Ansiedlung neuer Gewerbe in der zweiten Hälfte des 18. Jh. brachte Gent wieder zu ökonomischer Blüte, und sie wurde zur größten Stadt im heutigen Belgien (ca. 257.000 Einwohner). Um 1800 begann in Gent als erster Stadt auf dem europäischen Festland die Industrialisierung, vor allem in der Leinen- und Baumwoll-Verarbeitung – eine mechanische Spinnmaschine, die „Mule Jenny“, war aus England von Lieven Bauwens eingeschmuggelt worden! Unser Stadtrundgang beginnt am „Gravensteen“ – einer Wasserburg inmitten der Stadt. Die Ursprünge gehen wohl auf Balduin I. um 870 zurück, mit dem das „Haus Flandern“ seine Herrschaft begann. Im 13./14. Jh. wurde die Burg umgebaut in der Architektur der syrischen Kreuzritter. Nach der Französischen Revolution wurde sie an eine Baumwollspinnerei verkauft und sollte Ende des 19. Jh. abgerissen werden – die Stadt Gent kaufte die Burg jedoch zurück! Ein reizvoller Anblick bietet sich von der Brücke über die Graslei zur alten „Fleischhalle“ – das Wasser ist gesäumt von prächtigen, wunderschön restaurierten Gildehäusern. Das absolute Highlight ist jedoch der „Genter Altar“ in der St. Bavo-Kathedrale – Jan van Eyck hat ihn 1432 vollendet. Das weltberühmte 12teilige Altarbild „Die Anbetung des Lamms Gottes“ (mit seiner Alltags- sowie Festtagsseite) ist ein Auftragswerk des reichen Genter Patriziers Joos Vijd und dessen Ehefrau Elisabeth Borluut. Die Kathedrale beherbergt außerdem ein Gemälde von Rubens; beeindruckend ist ebenso die Kanzel – ein Rokoko-Kunstwerk aus dem Jahr 1745.

Wir verlassen Gent und besuchen auf der Rückfahrt das kleine Städtchen Damme. Hier errichteten friesische Gastarbeiter mit hervorragendem Wissen um den Deichbau einen Damm an dem früheren Meeresarm Zwin. Somit war Damme bereits im 12. Jh. wichtiger Vorhafen von Brügge und erhielt 1180 vom Grafen von Flandern (Philipp vom Elsass) die Stadtrechte. Als in Brügge der wirtschaftliche Niedergang begann, ging es auch mit Damme bergab. Der „Damse Vaart“ (Dammer Kanal) wurde 1820 auf Befehl Napoleons von spanischen Kriegsgefangenen ausgehoben; der Kanal sollte Brügge mit der Schelde verbinden, um über diesen Weg die englische Blockade des Festlandes umschiffen zu können – der Kanal wurde nie vollendet! Am Wasser steht eine alte Windmühle (eine Haubenmühle) und gibt ein malerisches Bild ab. Auf dem Rathaus-Kamin war ein Storchenpaar mit der Fütterung der Jungtiere höchst beschäftigt! Inmitten der kleinen Stadt stehen die beeindruckenden Reste der Liebfrauenkirche (um 1230 begonnen), die erste Hallenkirche in Flandern. Damme ist auch die Stadt des Tyll Eulenspiegel aus dem Werk von Charles de Coster; dieser versetzte die Figur des volkstümlichen Rebellen in das Flandern des 16. Jh. – was u.a. dazu führte, dass sich Damme heute noch die Bücherstadt nennt und viele Antiquariate auf Käufer hoffen. Auf der Fahrt zurück zum Hotel passieren wir den großen Hafen von Seebrügge und sehen „Millionen“ von Autos, die auf den Weitertransport warten!!!

Die Weiterfahrt am nächsten Morgen führt uns entlang der belgischen Küste (ca. 67 km lang) – die Dünen und eine Stippvisite am weißen Sandstrand von Blankenberge bleiben in Erinnerung. Wir kaufen ein für das Picknick und danach gibt es die erste Weinprobe! Schon das Einkaufen fürs Picknickist ein Genuss – aus der Vielzahl der Käsesorten, Paté, Schinken, Obst, Gemüse auszuwählen ist ein besonderes Vergnügen! Und es gibt auch Bier in Belgien!!! Was besonders unsere Biertrinker freut – aus „gefühlten“ 100 Sorten kann man wählen... Besonders bekannt ist die Brauerei „Der halve Mann“ in Brügge. Am Parkplatz wird alles auf den rasch aufgebauten Tischen ausgebreitet und zum Abschluß gibt es Kaffee und Kuchen (ein Dankeschön an alle KuchenbäckerInnen!). Das Schönste war dann die sich anschließende Weinprobe – von Günter Woldert organisiert; Peter Worst und Werner Ebert assistierten ihm: Die Region „Flandern“ ist nun mal nicht die Weingegend Frankreichs<s>!</s> – so hatte man die Weine ausgesucht aus den verschiedensten Gegenden Europas und diese aufgeteilt in „mineralische“ und „opulente“ Wein; an diesem Tag verkosteten wir die „mineralischen“. Eingebettet hatten die Sommeliers ihre Weine in Rätselfragen nach berühmten Personen, z.B. „Ein Schauspiel, in Mannheim vorgetragen – und noch bevor es zu Ende gelesen war, sind alle abgehauen“...? Die Antwort war natürlich „Schiller, Die Verschwörung des Fiesco zu Genua“. Hier ging es um einen leichten Sommerwein, einen Elbling vom Weingut Steinmeth in Wehr (südl. Mosel). Oder „Welche bekannte Persönlichkeit hat diesen Wein auch schon getrunken?“ Der besagte Wein war ein „Würzburger Stein“, ein Silvaner aus dem Bürgerspital in Würzburg – eine Sorte, die bereits seit 1650 angebaut wird. Hier war Goethe gefragt! Der absolute Spitzenwein für diesen Tag war ein Roter Riesling Spätlese vom Bensheimer Kirchberg – er mundete einfach (fast) allen!

Tournai ist das nächste Ziel. Die zweitälteste Stadt Belgiens (nach Tongeren) wurde im 5. Jh. merowingischer Herrschaftssitz; sie wurde später dem Frankenreich zugeschlagen und kam im 10. Jh. zur Grafschaft Flandern. In seiner wechselvollen Geschichte gehörte Tournai zu den Spanischen Niederlanden, zu den Österreichischen Niederlanden und 1795 wurde dort die Batavische Republik ausgerufen. Nach kurzer Zugehörigkeit zum Königreich der Vereinigten Niederlande gehört es seit 1830 zum heutigen Königreich Belgien. In der Stadt fand man 1653 beim Bau eines Hospizes das Grab von Childerich (gest. 481), dem ersten eindeutig identifizierten Merowinger und Vater von Chlodwig I. – prunkvolle Beigaben an Waffen, Schmuck, vergoldete Fibeln und Münzen wurden entdeckt; 300 goldene Anhänger in Bienenform (zum Besatz eines Brokatmantels) sowie ein Siegelring mit einem stilisierten Porträt und der Umschrift CHILDIRICI REGIS gehörten dazu. Der Schatz wurde in der Französischen Nationalbibliothek aufbewahrt (nachdem er unter Erzherzog Leopold Wilhelm im 16. Jh. für einige Zeit nach Wien gebracht worden war). Napoleon war von den „Bienen“ so beeindruckt, dass er dieses Symbol für den Sieg über die verhasste Bourbon-Lilie übernahm. 1831 wurde der Schatz gestohlen – die Diebe schmolzen Teile ihrer Beute ein, so dass nur ein Bruchteil, darunter zwei Bienen, erhalten blieb! Auf den Besuch der Stadt (ca. 70.000 Einwohner) und vor allem ihrer Kathedrale hat Werner Ebert uns bestens vorbereitet mit wichtigen Details. Die mittelalterliche Altstadt ist gut erhalten. Die Kathedrale „Notre Dame“ (erbaut 1110-1325) sowie der um 1200 erbaute (älteste belgische) Belfried gehören zum UNESCO-Welterbe. Im 11. Jh. wütete in Brabant und Flandern die Pest und forderte zahlreiche Todesopfer. Die Menschen pilgerten zur damaligen Kathedrale, von wo sie Hilfe erhofften; eine große Prozession fand am 14. September 1090 statt – die Pest flammte ab! Für die danach neu erbaute Kathedrale entstanden in der Zeit bis 1191 eindrucksvolle Meisterwerke der romanischen Baukunst – das Mittelschiff sowie die Seitenschiffe, die fünf Türme und der Chor. Die Gesamtlänge beträgt 134 m, die Länge des Querschiffs 66,5 m; die Höhe des Chors ist mit 56 m, die des Querschiffs mit 48 m beeindruckend. Das Langhaus hat einen vierzonigen, gewaltigen Wandaufbau – von mächtigen Säulen getragen. Ein kompletter gotischer Neubau wurde geplant, jedoch in veränderter Form fertiggestellt – der gotische Chor war 1255 beendet. Der Lettner ist ein Werk der Renaissance des flämischen Bildhauers Cornelis Floris II. (1572). Zur Erinnerung an die Pestzeit findet am 2. Sonntag im September eine Prozession zur dunklen Madonna „Notre Dame la Brune“ statt.

Lille – die Stadt im Norden Frankreichs! Sie überrascht die meisten von uns durch ihren Charme. Der Name leitet sich ab von L’Isle – die erste Ansiedlung lag auf einer Sumpfinsel im Tal der Deule. Am 22.11.1890 wurde in Lille Charles de Gaulle geboren; Louis Pasteur wirkte einige Jahre an der Universität von Lille. Wir beziehen ein Hotel nahe dem Stadtzentrum, direkt neben der Kirche St. Maurice. Das Hotel ist ein typisch französisches – das Frühstück gibt’s in der kleinen Rezeption und in einem Raum daneben, der an das Wohnzimmer einer Familie erinnert; aber es ist alles da, vor allem die köstlichen Croissants!

 

Auf dem Weg zum Abendessen bekommen wir einen ersten Eindruck von der Stadt – über den Marktplatz vorbei an der alten Börse... Auf der Stadtrundfahrt am nächsten Morgen sehen wir die Stadt mit ihren vielen Gesichtern – vorbei an der pentagonalen Zitadelle (erbaut unter Ludwig XIV. von Vauban). Eine Stadterweiterung wurde durchgeführt per Dekret von Napoleon III. im 19 Jh.; das zugrundeliegende Interesse war, die „elenden“ Wohnverhältnisse mit ihren unzureichenden hygienischen Verhältnissen zu verbessern. Die bewegte Geschichte der Stadt kurz zusammengefasst: Im Mittelalter reich geworden durch das Tuchmachergewerbe und dem Handel mit Kräutern und Gewürzen, kam Lille (größte Handelsmetropole Flanderns) 1368 durch Heirat an das Haus Burgund; im Jahr 1555 wurde Lille Teil der Spanischen Niederlande – 1542 waren die ersten calvinistischen Protestanten aufgetaucht, gegen die die Spanier gewaltsam vorgingen; 1668 wurde die Zugehörigkeit Lilles zu Frankreich im Frieden von Aachen anerkannt. Die zunehmende Industrialisierung im 19. Jh. hatte auch ein Erstarken der Arbeiterbewegung zu Folge. Lille war die erste Stadt Frankreichs, die 1896 einen sozialistischen Bürgermeister erhielt. Die zahlreichen, schnell wachsenden Fabriken (Textilindustrie, Maschinenbau) und die zunehmende Zahl der Arbeiter hatten erbärmliche Lebensbedingungen aufgrund des fehlenden Wohnraums zur Folge; um 1900 verzeichnete man die höchste Kindersterblichkeit Frankreichs (etwa 30% !). Als in den 1960er Jahren ein wirtschaftlicher Niedergang begann, konnte dieser erst durch die Umstellung auf Dienstleistungen gestoppt werden. Dies führte auch zu großen Veränderungen im Stadtbild. Zwischen den Weltkriegen waren bereits im Arbeiterviertel viele alte Wohnhäuser abgerissen worden – ein neues Viertel entstand zusammen mit dem Neuen Rathaus; daneben steht der Belfried, mit 104 m der höchste in Flandern. Ganz in der Nähe findet sich noch die „Porte de Paris“ – zur Glorifizierung der Einnahme Lilles durch Ludwig XIV. mit Sonnenstrahlen geschmückt! Der Plan, ein ganz futuristisches Geschäftsviertel Euralille im Osten der Stadt zu gründen, wurde nach vielen Diskussionen umgesetzt als auch der neue Bahnhof „Lille-Europe“ für den TGV sowie den Eurostar gebaut wurde. Lille ist Universitätsstadt (drei Universitäten) und hat ca. 100.000 Studenten bei etwa 234.000 Einwohnern! 2004 war Lille Kulturhauptstadt Europas (zusammen mit Genua).

Der Besuch des „Musée de l’Hospice Comtesse“ im Historischen Viertel Lilles ist wie eine Zeitreise zurück ins Mittelalter. 1237 gründete Comtesse Jeanne de Flandre in ihrem eigenen Palais das Armenhospiz Notre Dame. Passiert man das monumentale Eingangsportal, durchquert man den langen Krankensaal von 1470 mit seinem schönen Gewölbe in Form eines Schiffskiels; eine kleine Kapelle schließt sich an. In den weiteren Räumen wird ein Flämischer Haushalt aus dem 17./18. Jh. nachgebildet mit Möbeln, Bildern, Tischkulturobjekten etc. Im Schlafsaal veranschaulichen Exponate die Geschichte der Stadt und des Lebens in Lille vom Ancien Régime bis zur französischen Revolution. Im Stadtzentrum findet sich die Kathedrale von Lille, die Bischofskirche „Notre Dame de la Treille“. Der Grundstein wurde 1854 gelegt; die Pläne für die gewaltige Basilika mit einem Kreuzgrundriss als Schrein für das Gnadenbild „Unserer Lieben Frau von Treille“ schuf Charles Leroy aus Lille. Die Größe dieses Kirchenbaus führte zu einer langen Bauzeit; auch unterbrochen durch die beiden Weltkriege blieb sie lange Zeit unvollendet. Bis 1869 war der fünfjochige Umgangschor fertig; 1874 wurde auf der Südseite ein freistehender Glockenturm errichtet. 1974 war das Langhaus (niedriger und einfacher als ursprünglich geplant) beendet. Die endgültige Fertigstellung erfolgte dann 1999 mit der modernen Schauseite – eine selbständige Konstruktion aus überwiegend transparenten Materialien – entworfen von Peter Rice und von Pierre-Louis Carlier ausgeführt. Bemerkenswert in der Stadt sind die „Alte Börse“ – 1653 aus 24 aneinander gebauten Mansardenhäusern fertiggestellt (im Innenhof unter den Arkaden gibt es einen Büchermarkt; Schachspieler in der Mitte des Platzes wecken das Interesse der Zuschauer) –, die „Neue Börse“ (1903, heute Handelskammer) sowie die Oper – der Neubau wurde nach dem Krieg 1923 eingeweiht.

Für das „Musée des Beaux-Arts“ wurde Ende des 19. Jh. ein prachtvoller Bau an der Place de la République 1892 eingeweiht – das größte Kunstmuseum Frankreichs außerhalb von Paris (entworfen von Robert Mallet-Stevens, in Auftrag gegeben von dem Industriellen Paul Cavrois). Es zeigt rund 2.000 europäische Kunstgemälde (Botticelli, Rubens, Delacroix, Tizian, Goya, Veronese u.a.), Keramiken aus dem 17./18. Jh. – französische Skulpturen aus dem 19. Jh., Pläne und Reliefs befestigter Städte aus dem 18. Jh.; hinzu kommen in der Antiquitätenabteilung Stücke aus dem Mittelalter und der Renaissance.

Willkommene Abwechslungen sind kulinarische Genüsse bei unseren Abendessen – verschiedenste Spezialitäten, z.B. „Waterzoi“, einen schmackhaften Fischeintopf, lernen wir kennen. Köstliche Desserts zum Abschluss! Die Weinkarte verspricht gute Tropfen, und Bier löscht den ersten Durst!

Der nächste Tag führt uns nach St. Omer am Fluss Aa in einer von dem Mönch Audomar (heiliggesprochen unter dem Namen Saint Omer) missionierten Region. Die Urbarmachung des marais audomarois erlaubte Viehzucht und Gemüseanbau – die Fa. Bonduelle hat ganz in der Nähe eine Produktionsstätte. Das „Audomarois“, dieser ungewöhnliche Naturraum, wurde 2013 von der UNESCO als Biosphärenreservat unter Schutz gestellt. Als wichtiger Sitz von Verwaltung und Jurisdiktion hat St. Omer heute ca. 14.000 Einwohner. Die Kathedrale Notre Dame steht an der Stelle, an der im 7. Jh. eine Marienkapelle errichtet wurde; diese brannte 1033 ab und wurde durch eine romanische Kirche ersetzt. Als diese 1191 ebenfalls durch einen Brand zerstört wurde, begann man mit dem Bau dieses groß dimensionierten Gotteshauses, der über 300 Jahre dauerte; um 1500 war die Kathedrale weitgehend abgeschlossen. Von 1559 bis 1802 war sie Bischofskirche des Bistums Saint-Omer; 1879 erhielt sie den Rang einer Basilica minor und gehört heute zum Bistum Arras. Die Kathedrale ist eine dreischiffige Basilika mit ebenfalls dreischiffigem Querhaus; den Westabschluß bildet der massive, helmlose Turm. Das Hauptportal zeigt eine Darstellung des Weltgerichts im Tympanon. Den Innenraum prägen Kreuzgratgewölbe, Obergaden mit großen Maßwerkfenstern und Triforien, die sich auch im Chor und in der Apsis fortsetzen. Anders als die meisten bedeutenden Kirchen Frankreichs verlor die Kathedrale von Saint-Omer in der Revolution nur geringe Teile ihrer Ausstattung. Bemerkenswert sind eine Ecce-homo-Gruppe aus der zerstörten ehemaligen Kathedrale von Thérouanne, das Kenotaph des heiligen Audomar und das Grabmal des Eustache de Croy (Bischof von Arras und Propst des Domkapitels) sowie ein Gemälde von Peter Paul Rubens „Kreuzabnahme“. Sehenswert ist auch die astronomische Uhr aus dem 16. Jh. und der Altar für St. Erkembode, auf dem sich Kinderschuhe häufen; die Anrufung des Heiligen soll Kindern helfen, die sich mit dem Laufen schwertun.

Noch in St. Omer gibt es eine zweite Weinprobe... Dieses Mal geht es um die „opulenten“ Weine – es beginnt mit einer Neuheit! Ein Sauvignon Blanc vom Weingut Klemens Andres in Niederkirchen (Pfalz) – hergestellt mit extra dafür eingeführten sogen. Aromahefen aus Neuseeland. Dem folgt ein Chardonnay-Viognier von der Cote d’or; der Wein hat 14% Alkoholgehalt, ist im Holzfass gereift – sein Aroma erinnert an schwarze Johannisbeeren oder frisch gemähtes Gras... Danach probieren wir einen Grauburgunder SL aus Wachtenheim (Pfalz), und den Abschluss bildet ein Merlot „Deidesheimer Hofstück“ vom Weingut Klemens Andres aus der Pfalz.

Die Heimreise am Sonntag – sie ist nicht zu lang, und wird angenehm unterbrochen durch ein schönes Picknick mit den letzten französischen Köstlichkeiten; gegen 18.30 Uhr sind wir wieder in Schriesheim. Ein herzliches Dankeschön an Claudia Ebert für diese Woche voller schöner Eindrücke im Norden Frankreichs bzw. in Teilen Belgiens – eben in Flandern! Danke für die Mühen des Auswählens und der Organisation und die Geduld beim Beantworten unserer Fragen. Danke auch an alle Helfer und Helferinnen im Hintergrund, nicht zuletzt auch an unseren Busfahrer, dass er uns mit viel Umsicht gut nach Hause gebracht hat. À la prochaine... !?

Jahreshauptversammlung 2017

In diesem Jahr fand unsere Jahreshauptversammlung am 16. März 2017 im Gasthaus „Zum goldenen Hirsch“ statt. Nach der Begrüßung der Mitglieder gab die 1. Vorsitzende einen Rückblick auf die zahlreichen Aktivitäten des vergangenen Vereinsjahres.

Wie immer, war unsere Boulegruppe sehr aktiv. Zum ersten Mal fand im letzten Jahr ein Bouletraining mit einem Profitrainer statt, das großen Zuspruch fand. Auch das Boulen für Kinder, im Rahmen der Ferienspiele war wieder ein voller Erfolg.

Die Highlights des Jahres sind immer unsere Reisen. Die Kulturfahrt (11. – 19.06.2016) führte im vergangenen Jahr unter anderem nach Orléans und Bourges. Unsere Jahresfahrt nach Uzès fand vom 10. – 14.08.2016 während der Weinmesse statt.

Beim Straßenfest hatten wir uns aufgrund des schlechten Ergebnisses in 2015 und den veränderten örtlichen Gegebenheiten entschieden, nur mit einem Verkaufsstand mit Weinprobe aufzutreten.

Im Oktober setzten wir schließlich unsere Reihe „Essen wie Gott in Frankreich, aber in Schriesheim“ fort. Zum Auftakt spielten dieses Mal die „Schriesheimer Löwen“ auf. Es wurde wieder ein fröhlicher Abend mit leckerem französischem Essen.

Im Dezember luden wir wieder zu unserem traditionellen Nikolausstammtisch ein, der auch gut besucht war.

Erfreulich ist auch, dass der Schüleraustausch, dank dem großen Engagement der Lehrer, so gut funktioniert. Nachdem die französischen Schüler im Dezember bei uns waren, werden die Schriesheimer Schüler im Mai nach Uzès reisen. Der Austausch wird von uns auch weiterhin finanziell unterstützt.

Traditionell starteten wir in 2017 mit unserer Neujahrsmatinée und den „Schriesheimer Köpfen“. Der Saal war wieder einmal voll besetzt und es war eine fröhliche und unterhaltsame Gesprächsrunde. Anschließend sorgten die Heidelberg Jazzmen für gute Stimmung. Claudia Ebert erwähnte in diesem Zusammenhang, dass das „Alte Rathaus“ aufgrund der verschärften Brandschutzvorschriften zukünftig nicht mehr zur Verfügung steht. Sie prüft zurzeit Alternativen, wie den Zehntkeller.

Kurz darauf fand mit unserer Unterstützung der VHS-Vortrag über die Franche-Comté statt. Udo Lehmann stellte dabei die passenden Weine vor und Claudia Ebert sorgte mit einem Käseteller für das leibliche Wohl.

Und gerade mal vor gut zwei Wochen wirkten wir beim Mathaisemarkt-Umzug mit. Besonders gut kam unser Wagen an, mit Peter Riehl als „Held in der Arena“ sowie Horst Schütze und Jean-Luc-Chapon. Claudia Ebert bedankte sich noch einmal bei allen Beteiligten, Helfern und Spendern für Ihre Unterstützung und Ihr Engagement.

Danach stellte der Kassenwart Udo Lehmann seinen Kassenbericht vor. In diesem Jahr konnten wir ein positives Ergebnis verzeichnen, wobei er darauf hinwies, dass dies immer von dem Erfolg der Großaktivitäten abhängt.

Die Planungen für zukünftige Aktivitäten sind auch in vollem Gange. Die Kulturfahrt vom 11. – 18. Juni geht in diesem Jahr nach Brügge und Lille und unsere Jahresfahrt findet in diesem Jahr vom 2. – 6. August  statt. Beide Fahrten sind bereits ausgebucht.  Außerdem planen wir für den 14. Juli einen Kinoabend „Unterm Apfelbaum“ und ebenfalls im Juli eine Fahrradtour für die ganze Familie. Die „Taverne d’Uzès“ wird beim Straßenfest ebenfalls wieder öffnen, allerdings steht das Konzept noch nicht fest. Auch die Reihe „Essen wie Gott in Frankreich, aber in Schriesheim“ soll fortgesetzt werden. Und unsere Boulegruppe plant in diesem Jahr zusätzlich „Boulen für Anfänger“ einzuführen.

Ein Hauptthema der Versammlung waren natürlich die Wahlen unter der Leitung von Irmgard Mohr. Neu gewählt wurden als 2. Vorsitzende Marta Berg und als Geschäftsführerin Ingrid Gängel. In ihren Ämtern bestätigt wurden Martina Spieß (Pressewart) und die Kassenprüfer Volker Schwarz und  Andrea Diehl.

Ein weitere Tagesordnungspunkt war die Satzungsänderung, die in Angriff genommen wurde, um dem Verein die Möglichkeit zu geben künftig Mitteilungen und Einladungen zu Versammlungen an seine Mitglieder auch per Mail zu versenden und nicht mehr zwingend in Briefform. Die neue Satzung wurde von der Versammlung einstimmig angenommen.

Rhein-Neckar-Zeitung, 18.03.2017: Nach Betrugsversuch: Partnerschaftsverein Schriesheim ist jetzt vorsichtiger

Der gescheiterte Betrugsversuch war Thema bei der Jahreshauptversammlung

18.03.2017, 06:00 Uhr<figure class="article_image_slider"><figure class="nfy-mediagal-figure nfy-img-portrait"> </figure>

Besuch aus Uzès: Gérard Bonneau und seine Frau Monique (v. l.) in der Festzugsnummer des Partnerschaftsvereins beim Mathaisemarkt. Fotos: Kreutzer

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Schriesheim. (sk) Jemand kauft etwas im Internet, und ein Verein soll die Rechnung bezahlen; Mittel zum Zweck ist die gefälschte Unterschrift eines Vorstandsmitglieds auf der Überweisung. Mit dieser Betrugsmasche bekam es kürzlich der Partnerschaftsverein zu tun, wie Vorsitzende Claudia Ebert bei der Jahreshauptversammlung berichtete: "Es ging um 3500 Euro, die vom Vereinskonto abgebucht werden sollten." Ein Bankangestellter wurde hellhörig, kontaktierte Kassenwart Udo Lehmann, und die Sache flog auf. "Wir haben sofort Strafanzeige gestellt", fuhr Ebert fort; die Ermittlungen führten zu einem Fantasienamen und seien mittlerweile eingestellt worden. Beim Partnerschaftsverein wurde man nach diesem Schock vorsichtiger: Handgeschriebene Signaturen verschwanden von Einladungsschreiben und der Homepage.

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Die neue Zweite Vorsitzende, Martha Berg, mit Claudia Ebert und Martina Spieß (v. l.).

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Soweit es die eigentliche Vereinsarbeit anging, hätte das abgelaufene Jahr dagegen kaum besser laufen können. Zwei Frankreich-Reisen fanden statt, eine Weinprobe, die zusammen mit der VHS organisiert wurde, der Abend "Essen wie Gott in Frankreich, nur in Schriesheim" im "Goldenen Hirsch" und die deutlich verkleinerte "Uzès-Taverne" beim Straßenfest. Ebert berichtete über die 2016er und die 2017er Neujahrsmatinee im Alten Rathaus, vermutete aber, dass es eine Fortsetzung an dieser Stelle vermutlich nicht gebe: "Wegen verschärfter Brandschutzvorschriften müssen wir wohl auf den Probierkeller ausweichen."

Lehmanns Kassenbericht reflektierte das Ganze noch aus buchhalterischer Sicht: "Mathaisemarktumzug und Neujahrsmatinee bleiben immer Zuschussgeschäfte." Die verkleinerte "Taverne" habe es dagegen geschafft, Verluste wieder wettzumachen. Der Partnerschaftsverein hat derzeit 275 Mitglieder, zu denen am Abend der Versammlung ein weiteres dazukam. Die Zahl der Todesfälle sei gestiegen, so der Schatzmeister: "Die Leute werden immer älter."

Mit einem Fragebogen wandte sich der Verein an seine Neumitglieder, um herauszufinden, welche Veranstaltungen ihnen am besten gefielen oder welche Neuerungen sie sich wünschten. Ein Sommerfest mit Boulen stand ganz oben auf der Liste, gefolgt von einem "Tag der Musik", wie er in Frankreich begangen wird. Weiterhin wurde eine Filmnacht genannt, und Ebert berichtete, dass es am 14. Juli ein "Open-Air-Kino" im Aussiedlerhof Ringelspacher geben soll.

Am 9. Juli ist unter Federführung von Ehrenvorsitzendem Horst Schütze eine "Tour de Schriesheim" geplant, die nach dem Vorbild der "Tour de France" sportliche Wettkämpfe anbieten will, allerdings für die ganze Familie. Die Kulturfahrt nach Brügge und Lille sowie die Uzèsfahrt seien bereits ausgebucht, kündigte die Vorsitzende an, und auch das Interesse an "Essen wie Gott in Frankreich, nur in Schriesheim" sei nach wie vor ungebrochen. Bei regelmäßigen Infoständen am Wochenmarkt will der Verein auf sich aufmerksam machen, außerdem soll der Schüleraustausch mit der Partnerstadt weiter gefördert werden. Zu guter Letzt beschloss die Versammlung noch mehrere Satzungsänderungen, schwerpunktmäßig in Bezug auf die Vertretungsregeln und die Schriftform. Dazu genügen künftig auch Fax oder E-Mail.

Einstimmig gewählt wurde Martha Berg, die das Amt des scheidenden Zweiten Vorsitzenden Ingo Kuntermann übernahm. Nachfolgerin von Geschäftsführer Frank Kühn wurde Ingrid Gängel, während die Versammlung Pressewartin Martina Spieß für eine weitere Amtszeit wählte, ebenso wie Andrea Diehl und Volker Schwarz als Kassenprüfer.

Jahreshauptversammlung 2017

In diesem Jahr fand unsere Jahreshauptversammlung am 16. März 2017 im Gasthaus „Zum goldenen Hirsch“ statt. Nach der Begrüßung der Mitglieder gab die 1. Vorsitzende einen Rückblick auf die zahlreichen Aktivitäten des vergangenen Vereinsjahres.

Wie immer, war unsere Boulegruppe sehr aktiv. Zum ersten Mal fand im letzten Jahr ein Bouletraining mit einem Profitrainer statt, das großen Zuspruch fand. Auch das Boulen für Kinder, im Rahmen der Ferienspiele war wieder ein voller Erfolg.

Die Highlights des Jahres sind immer unsere Reisen. Die Kulturfahrt (11. – 19.06.2016) führte im vergangenen Jahr unter anderem nach Orléans und Bourges. Unsere Jahresfahrt nach Uzès fand vom 10. – 14.08.2016 während der Weinmesse.

Beim Straßenfest hatten wir uns aufgrund des schlechten Ergebnisses in 2015 und den veränderten örtlichen Gegebenheiten entschieden nur mit einem Verkaufsstand mit Weinprobe aufzutreten.

Im Oktober setzten wir schließlich unsere Reihe „Essen wie Gott in Frankreich, aber in Schriesheim“ fort. Zum Auftakt spielten dieses Mal die „Schriesheimer Löwen“ auf. Es wurde wieder ein fröhlicher Abend mit leckerem französischem Essen.

Im Dezember luden wir wieder zu unserem traditionellen Nikolausstammtisch ein, der auch gut besucht war.

Erfreulich ist auch, dass der Schüleraustausch, dank dem großen Engagement der Lehrer, so gut funktioniert. Nachdem die französischen Schüler im Dezember bei uns waren, werden die Schriesheimer Schüler im Mai nach Uzès reisen.

Traditionell starteten wir in 2017 mit unserer Neujahrsmatinée und den „Schriesheimer Köpfen“. Der Saal war wieder einmal voll besetzt und es war eine fröhliche und unterhaltsame Gesprächsrunde. Anschließend sorgten die Heidelberg Jazzmen für gute Stimmung. Claudia Ebert erwähnte in diesem Zusammenhand, dass das „Alte Rathaus“ aufgrund der verschärften Brandschutzvorschriften zukünftig nicht mehr zur Verfügung steht. Sie prüft zurzeit Alternativen, wie den Zehntkeller.

Kurz darauf fand mit unserer Unterstützung der VHS-Vortrag über die Franche-Comté statt. Udo Lehmann stellte dabei die passenden Weine vor und Claudia Ebert sorgte mit einem Käseteller für das leibliche Wohl.

Und gerade mal vor gut zwei Wochen wirkten wir beim Mathaisemarkt-Umzug mit. Besonders gut kam unser Wagen an, mit Peter Riehl als „Held in der Arena“ sowie Horst Schütze und Jean-Luc-Chapon. Claudia Ebert bedankte sich noch einmal bei allen Beteiligten, Helfern und Spendern für Ihre Unterstützung und Ihr Engagement.

Danach stellte der Kassenwart Udo Lehmann seinen Kassenbericht vor. In diesem Jahr konnten wir ein positives Ergebnis verzeichnen, wobei er darauf hinwies, dass dies immer von dem Erfolg der Großaktivitäten abhängt.

Die Planungen für zukünftige Aktivitäten sind auch in vollem Gange. Unsere Jahresfahrt findet in diesem Jahr vom 2. – 6. August  und die Kulturfahrt vom 11. – 18. Juni statt. Beide Fahrten sind bereits ausgebucht.  Außerdem planen wir für den 14. Juli einen Kinoabend „Unterm Apfelbaum“ und ebenfalls im Juli eine Fahrradtour für die ganze Familie. Die „Taverne d’Uzès“ wird beim Straßenfest ebenfalls wieder öffnen, allerdings steht das Konzept noch nicht fest. Auch die Reihe „Essen wie Gott in Frankreich, aber in Schriesheim“ soll fortgesetzt werden. Und unsere Boulegruppe plant in diesem Jahr zusätzlich „Boulen für Anfänger“ einzuführen.

Ein Hauptthema der Versammlung waren natürlich die Wahlen unter der Leitung von Irmgard Mohr. Neu gewählt wurden als 2. Vorsitzende Marta Berg und als Geschäftsführerin Ingrid Gängel. In ihren Ämtern bestätigt wurden Martina Spieß (Pressewart) und die Kassenprüfer Volker Schwarz und  Andrea Diehl.