Ein Vortrag von Dr. Ludovic Roy fesselt die ZuhörerInnen – nun schon zum 3. Mal hatten wir einen interessanten und aufschlussreichen Abend! Begeistert verfolgten die knapp 40 TeilnehmerInnen die Informationen, fundiert und fesselnd vorgetragen! Herzlichen Dank und wir hoffen wiederum auf eine Fortsetzung! Die Planungen laufen...
Ludwig XV. (1710-1774) war das Thema. Im Alter von 5 Jahren zum König von Frankreich gekrönt zu werden, muss besonderen Entwicklungen geschuldet sein! Ludwig XV. war es nicht in die Wiege gelegt, diesen Weg zu gehen, aber alle vor ihm geborenen Anwärter auf den Thron waren verstorben, auch seine Eltern, so dass er, Urenkel von Ludwig XIV., der einzig mögliche Kandidat war. Die Herzogin von Ventadour, 1710 berufene Gouvernante, wurde seine wichtigste Bezugsperson und Ersatzmutter. Herzog Philipp II. von Orléans sollte nach dem Willen von Ludwigs XIV. Vorsitzender eines Regentschaftsrats sein. Aber Philipp schaffte es sehr schnell, sich die uneingeschränkte Regentschaft zu verschaffen. Im Alter von sieben Jahren wurde Ludwig XV. dem Herzog von Villeroy in Obhut gegeben; unterrichtet wurde er durch Hauslehrer, wobei er besonderes Interesse für die Anatomie, Chirurgie, Astronomie und Geographie entwickelte. Die wirtschaftlichen Verhältnisse des Landes waren prekär, verschiedene Maßnahmen führten aber dazu, dass die Schulden der Krone reduziert werden konnten.
Im Alter von 12 Jahren, am 25.10.1722, wurde Ludwig wie alle französischen Könige in Reims gesalbt, er war nun „le roi très chretiens“. Dann, im September 1725, heiratete er die acht Jahre ältere polnische Königstocher Maria Leszczynska und hatte mir ihr zehn Kinder!
Außenpolitisch war es eine schwierige Zeit. Er verbündete sich mit Großbritannien, den Niederlanden und Österreich gegen Spanien, was zu großen Spannungen am Hof führte. Die Kolonialpolitik in Nordamerika war zunächst erfolgreich, dann wendete sich das Blatt und Frankreich verlor nahezu alle Gebiete. Auch in Indien blieben ihm nur wenige Besitzungen sowie Handelsprivilegien. Andererseits wurden unter Ludwig XV. die jahrhundertealten Gegensätze zwischen Frankreich und Österreich beigelegt und die neue Allianz mit der Heirat Marie-Antoinettes mit seinem Enkel, dem späteren Ludwig XVI., besiegelt.
Eine große Zahl von Mätressen hatte Ludwig XV. – Mme de Pompadour (Jeanne Antoinette Poisson, verheiratete Mme d’Etiolles) war 23 Jahre bei ihm bis zu ihrem Tod.
Die wirtschaftliche Situation hatte sich unter Ludwigs Regierung zeitweise verbessert, so dass der Abbé de Véri urteilte „Niemals war Frankreich (vorher) so wohlhabend und so reich an Manufakturen, so ausgezeichnet durch eine Menge von Gelehrten, so gut bestückt mit angebauten Feldern und so vielen Einwohnern als unter der Regierung Ludwigs XV.“ Tatsächlich aber war der Staat überschuldet, was 15 Jahre später in die Französische Revolution mündete.
Ludwig XV. erkrankte im April 1774 an den Pocken, denen er am 10. Mai erlag. Beigesetzt wurde er in der Grablege der französischen Könige, der Kathedrale von Saint-Denis. Allerdings wurden bei der Plünderung der Königsgräber während der Revolution im Oktober 1793 sein Grab geöffnet und seine Überreste in einem Massengrab außerhalb der Kirche beerdigt.
